…..Istanbul….

Ich bin vorletzten Donnerstag  in Russe (Bulgarien) angekommen. Wegen der einbrechenden Temperaturen, dem bevorstehenden Regen und dem Mittelgebirge in Bulgarien, das ich überwinden hätte müssen um nach Istanbul zu kommen, (ich bin keine Bergziege) habe ich mich entschlossen die letzten ca 800 km der Tour mit dem Autobus zurückzulegen. Nach einer zwölfstündigen Nachtfahrt war ich dann am sehr frühen Freitag Morgen in Istanbul angekommen. Ich freue mich riesig hier zu sein! Mir gefällt die Atmosphäre der Stadt.Von den Auswirkungen der vorangegangen Monate bekomme ich im Alltag nichts mit.Anders sieht es aus wenn man mit Leuten über die Veränderungen der letzten drei Jahren spricht.In dem Hostel, das auch noch mal eine Geschichte für sich ist, in dem ich letztes Wochenende zwei Nächte geschlafen hatte, arbeitet ein Postdoktorand in Geschichte. Der wurde vor kurzem wegen seines christlichen Glaubens aus der Universität gekickt…jetzt bezieht er im Hostel die Betten, putzt und macht ab und zu die Rezeption.Er denkt darüber nach nach Italien zu ziehen.Gut gemacht Recip. Das Hostel liegt in Beyoglu einem sehr touristischen Bezirk Istanbuls, der von vielen Bars geprägt ist.Ein wenig wie die Simon Dach Straße, bloß im Großformat und mit vielen sehr verwinkelten Gassen, durch die Autos und Motorroller fahren. Das hat teilweise etwas von einem Ameisenhaufen 🙂 Was den Geräuschpegel betrifft ist die Simon Dach Straße im Vergleich zu Beyoglu ein Ort der Erholung! Der Lärm dort, auch unter der Woche, ist an den Hotspots extrem. Besonders toll gelegen ist das Hostel. Umsäumt von Puffs und zwei Clubs, von denen zumindest einer einen Open Air Floor hat….geil Festivalatmosphäre, bezüglich der Lautstärke, während man schläft. Aus dem Grund habe ich mir dann eine Übernachtungsmöglichkeit über Warmshowers gesucht und bin bei Dilek gelandet.Ich habe vier Nächte bei ihr geschlafen…ich bin von so viel Gastfreundschaft sprachlos..und seit gestern bin ich bei Nesih und Dilber untergekommen. Und bin schon wieder erschlagen von deren Warmherzigkeit. 

Istanbul gefällt mir sehr! Wie lange ich hier bleiben werde kann ich noch nicht absehen. Aber nach Berlin habe ich bis jetzt noch keine Sehnsucht. Es steht ja noch evtl Iran als Ziel auf meiner Route. Mal sehen, wie die aussehen wird, weil die Türkei eigentlich nur aus Bergen besteht ;)… was mache ich bloß hier… ich und die Berge… Den Winter über bleibe ich aller Voraussicht nach auf Zypern und von dort aus werde ich, wenn alles gut läuft,den Iran anpeilen.. jipieh

In Istanbul sieht man in den Straßen sehr viele bettelnde Kinder bzw Mütter und deren Kindern, die zu einem Großteil wahrscheinlich aus Syrien stammen…es ist herzzerreissend  anzusehen, wie ein vierjähriges Kind mich um einen Dinar anbettelt.Und das vor dem Hintergrund ihrer Erlebnisse/ Verluste der vergangen Jahre.
Vor knapp zwei Wochen habe ich Abends vor dem Zelt Geräusche von einem Tier gehört. Natürlich traue ich mich nicht rauszugehen um nachzusehen was da rumkraucht. Morgens mache ich mein Zelt auf und wer sitzt knappe fünf Meter vom Eingang entfernt und wartet auf mich…dieser süße Hund.Er hat sich wahnsinnig über meinen Besuch in seinem Revier (ein Acker außerhalb eines Dorfes ca 50 km von Belgrad entfernt) gefreut.Er sprang erst mal ordentlich an mir hoch (mmh super, die Pfoten ordentlich dreckig von Erde…) es hat eine ganze Weile gedauert bis sich seine Euphorie gelegt hatte.Achtung jetzt wird’s unappetitlich…Ich musste einige Zeit nach dem Aufstehen auf Toilette um einem großem Geschäft nachzugehen…und als ich fertig war fängt mein neuer Freund an meine Hinterlassenschaft aufzuessen.Ich bin so perplex, dass ich ihm mehrere Sekunden zuschaue ehe ich ihn wegscheuche. Kurz darauf will er mich ablecken. Seltsame Welt…Wärend unserer Begegnung dachte ich, dass er mich begleiten würde, wenn ich losfahre. Was er nicht gemacht hat.Stattdessen kam Alan, ein Radwanderer aus Amsterdam, angezuckelt. Er hatte kurz zuvor seinen argentinischen Mitfahrer (Santiago), mit dem er seit zwei Tagen unterwegs war, verloren. Mit ihm bin ich drei Stunden gefahren, bis wir an einer Fähre auf Santiago gestoßen sind, der wiederum Ian, einen Malteser, getroffen hatte. Für etwas mehr als hundert km hatten wir die gleiche Route und haben uns zu einer Vierergruppe zusammen getan. Die nächsten anderthalb Tage waren wir gemeinsam unterwegs. Bis ich mich in einer Stadt in Rumänien getrennt hatte.Nach einer Unterhaltung mit einem Einheimischen ist mir aufgefallen, dass ich solche Situationen in den letzten Tagen vermisst hatte. Die Touren/ Reisen die die Drei gemacht haben, fand ich ziemlich beeindruckend. Alan fährt von Amsterdam nach Istanbul. Santiago ist von Buenos Aires nach New York geflogen.Dort ist er mit einem Freund im Segelboot über Grönland, wo sie wandern waren, weiter nach Kopenhagen.Über Berlin ist er auch nach Istanbul gefahren. Und Ian ist am ersten September in Nantes gestartet.Teilweise fährt er 250 km am Tag…wann war ich in Nantes 😉 Vorher war er drei Monate im Himalaya auf 6000m wandern/ bergsteigen…

In Budapest war ich vier Tage.Ich hatte mich dort um ein neues Zelt kümmern müssen, nachdem ich den Boden in mehreren Etappen ruiniert hatte…Naja, seitdem schlafe ich in einem Decathlon Zelt, dass sich wieder erwarten, ich gebe es zu, doch sehr gut macht;) Zwei Tage nach Budapest hatte ich das Glück, dun paar Tage die Gastfreundschaft einer ungarischen Familie zu genießen. Die erste Nacht hatte ich noch im Haus des  übernachtet.Wegen der Mäuse die es dort gab, habe ich nur das Innenzelt aufbaut und darin übernachtet. Die Lebensmittel die ich hatte,habe ich mit ins Zelt genommen am Morgen gab es in dem Insektennetzartigen Stoff ein Lüftungsloch…gut das ich zu dem Zeitpunkt schon das neue Zelt hatte.Dannach habe ich im Garten geschlafen…grr

Belgrad hat mir sehr gefallen, dort konnte ich, über Warmshowers, drei Tage bei Llubica wohnen. Das gab mir die Gelegenheit mich um einen wärmeren Schlafsack, den ich am Ende vielleicht doch nicht brauchen werde…und mich um ein Problem mit meinen E-Werk- ein Spannungswandler, der den Strom vom Dynamo umwandelt und an einem Micro USB Ausgang ausgibt- zu kümmern.

Ich habe es geschafft meine Route meiner Tour zusammenzustellen…

Hier ist der Dropboxlink dazu.Die Adresse muss in die Adresszeile des Browsers kopiert werden, dann die Datei runterladen und anschließend öffnen…Ich hoffe, dass das problemlos klappt. 
https://db.tt/90g05Hc4

Nachtrag zu Wien-auf der Toilette, während einer Party

Mein Schlafplatz in Esztergom

Der Innenhof einer Bar in Budapest…

Budapest…neben dem Parlamentsgebäude

Oberhalb von Buda oder Pest..Ich kann die Stadtteile nicht auseinanderhalten

Mein Schlafplatz zwischen Mäusen. In dem Haus, das dem jungen Mann gehört, der in der Mitte des unteren Bildes zu sehen ist.

Bei der ungarischen Familie

Guten Morgen

und nochmal

Der zerschossene Wasserturm in Vukowar

Abendstimmung….üühüberall..

In Belgrad

gibt’s Brücken

In der Schnapsbrennerei-Ich habe in einem Dorf einen halben Liter Schnaps geschenkt bekommen.Prost

Essen macht müde 😉

Gud´n Abend an der Donau (Ian, links und Santiago)

Guten Morgen, die gleiche Stelle wie auf dem vorherigen Bild

Das internationale Radwandererteam

 Morgen gibt’s mehr Fotos

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Veröffentlicht von

radser2

Vielleicht schreib ich später was über mich.

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